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„Schlosskoppel unbebaubar und als geschützter Landschaftsbestandteil“

Das wünschen sich UWH und Bündnis 90/Die Grünen in einem gemeinsam gestellten Antrag an die Heikendorfer Gemeindevertretung.


Im Januar 2019 bot die Bundesrepublik Deutschland über ihre Immobilienagentur BIMA das in ihrem Besitz befindliche Gelände auf der Schlosskoppel der Gemeinde zum Kauf an. 

Die Schlosskoppel ist eine ca. 2,6 ha große Fläche am Schlosskoppelweg im mittleren Bereich der Heikendorfer Küste.

Die Gemeinde hat das Erstzugriffsrecht, kann es allerdings nicht wahrnehmen, weil sie einen defizitären Haushalt hat und daher nur notwendige Investitionen tätigen darf. 

 

Die Schlosskoppel ist ein Alleinstellungsmerkmal für Heikendorf. 

Dass sie noch unbebaut und damit das Landschaftsbild an der Heikendorfer Bucht prägt, verdankt sie einem historischen Zufall.

Bis zum Umzug nach Braunschweig 1989 befanden sich dort seit Anfang der 30er Jahre die Pflanzenversuchsfelder der Biologischen Reichs- bzw. Bundesanstalt.

 

Wir meinen, diese Fläche ist unteilbar und sollte als wertvolles, nicht privatisierbares Zeugnis der eiszeitlich geprägten Küstenlandschaft und zugleich Naturtribüne für die Heikendorfer Bucht erhalten bleiben.

Sie ist allerdings in Gefahr, für das Gemeinwohl aller Bürgerinnen und Bürger und vor allen Dingen auch den künftigen Generationen verloren zu gehen. Damit würde man auch den vom Bundesverfassungsgericht in seinem jüngsten Urteil vom 26.04.2021 aufgestellten Grundsätzen widersprechen.

Es ist daher erforderlich, diesem einzigartigen Landschaftsbestandteil den dauerhaften gesetzlichen Schutz eines Geschützten Landschaftsbestandteils nach § 18 LNatSchG zu geben, um ihn auf Dauer für die Allgemeinheit zu öffnen und vor allen Dingen künftigen Generationen zu erhalten, und zwar, ohne dass dadurch Kosten für die Gemeinde entstehen. Der Beschluss ist auch erforderlich, um die Baulandspekulationen endgültig zu beenden. 

UWH

Juli 2021 


Die UWH fragt nach: Warum braucht Heikendorf einen hauptamtlichen Bürgermeister?

CDU, SPD und FDP treiben mit Hochdruck die Wahl eines hauptberuflichen Bürgermeisters voran. Die UWH sieht das Verfahren sehr kritisch, weshalb wir im Anschluss hier die Argumente beider Seiten gegenüberstellen:

 

Argument 1: Die Belastung des ehrenamtlichen Bürgermeisters ist zu hoch. Die Aufgaben, die für die Entwicklung Heikendorfs anstehen, können durch die Ehrenamtsposition nicht erfüllt werden. 

 

Die UWH sieht es so:

Im Laufe der Diskussion wurde vorgeschlagen, große Teile der Tätigkeiten zu verlagern. Mit konkreten und sinnvollen Vorschlägen kann der Bürgermeister durch das Amt und seine Stellvertreter entlastet werden - Testzeitraum ein halbes Jahr. Die UWH unterstützt die Ideen. Leider haben CDU, SPD, FDP und der Bürgermeister die Vorschläge ignoriert. 

 

Argument 2: Der Finanz- und Lenkungsausschuss hat doch der Einführung eines hauptamtlichen Bürgermeisters zugestimmt. 

 

Die UWH sieht es so:  

Mit 6:5 Stimmen wurde der Weg zum hauptberuflichen BGM erstmalig geebnet, ohne überzeugende Begründung und ohne alternative Vorschläge auszuprobieren. Siehe oben.  

Und die finanzielle Mehrbelastung für die Gemeinde wird von den Antragstellern gar nicht erwähnt. Die hauptamtliche Bürgermeisterstelle kostet der Gemeinde jährlich rund 110.000 Euro mehr als bisher, inklusive Rentenrücklagen für die voraussichtlich sechsjährige Amtszeit. Hinzu kommt ein neuer notwendiger ehrenamtlicher Bürgervorsteher. 

Dabei ist Heikendorf als Fehlbedarfsgemeinde auf jeden Cent angewiesen, um noch einigermaßen handlungsfähig zu bleiben. Zur Orientierung: Die Schulden Heikendorfs haben sich in den letzten 5 Jahren versechsfacht - von rund 5 Mio auf ca. 30 Mio Euro. Zahlen muss das in jedem Fall die Heikendorfer Bevölkerung. Tourismus und Gewerbe werden diese Ausgaben niemals decken können. 

 

Die UWH erinnert

Am 1.1.2007 hat sich das Amt Schrevenborn im Rahmen der landesweiten Verwaltungsstrukturreform gegründet. Ziel war es, Kosten und Ressourcen zu sparen, indem man aus drei Ämtern eins und aus drei hauptberuflichen Bürgermeistern ehrenamtliche macht. Stattdessen sollte ein Amtsdirektor die Arbeit der Bürgermeister im neuen Amt Schrevenborn unterstützen. Die UWH ist weiterhin der Überzeugung, dass der damalige Weg auch heute noch richtig ist. Auch wenn es in Schönkirchen bekanntermaßen anders organisiert wurde, halten wir das für Heikendorf für nicht empfehlenswert. Der Rückfall der Gemeinden in „Kleinstaaterei“ führt zu nichts als neuen Schulden und Nachbarschaftsstreit. 

 

Ihre UWH  

Februar 2021

Der UWH Antrag zum Erhalt des Gebäudes Schulredder 1 (VHS-Gebäude) im Rahmen der Sanierung der Ortsmitte wurde mehrheitlich angenommen.

 

Begründung der UWH:

Die Ortsmitte von Heikendorf wurde 2015 in das Städtebauförderungsprogramm des Landes S-H aufgenommen. Seit 2016 laufen die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) zur Aufstellung des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) durch die Firma GOS. Ziel ist unter anderem die „Stärkung der öffentlichen Infrastruktur und Sicherung des sozialen und funktionalen Zusammenhalts“.

 

Unter dem Stichwort „Städtebauliche Struktur“ wird einerseits bemängelt, dass es „kaum größere Frei- und Grünflächen in der Ortsmitte für Aufenthalt und Freizeit gibt“; andererseits wird aber deutlich auf „Verdichtungspotentiale am Schulredder-Parkplatz und ehemaligen Schulgebäude“ hingewiesen. 

 

Handlungsfelder seien u.a. der „Erhalt und die Modernisierung ortsbildprägender Gebäude und baulicher Strukturen“. In diesem Zusammenhang wird auf S.6 (VU und IEK) allgemein von „raumbildenden Gebäuden in der Ortsmitte“ gesprochen, die sich „etabliert“ haben und die „öffentliche Wahrnehmung prägen“. Auf S.12 wird sogar von der „Bewahrung des baukulturellen Erbes“ gesprochen. 

 

Gleichwohl und im Widerspruch zum vorzitierten städtebaulichen Befund und der dazu formulierten Handlungsmaximen,

  • raumbildende Gebäude in Ortsmitte, die sich etabliert haben und die öffentliche Wahrnehmung prägen,

  • Erhalt und Modernisierung ortsbildprägender Gebäude und baulicher Strukturen,

  • Bewahrung des baukulturellen Erbes,

 wird der „Graue Esel“, um den es in diesem Antrag geht, schließlich auf S.42 als „nicht mehr zeitgemäß“ und „kaum genutzt“ herausgestellt. Auf Seite 61 kommt dann die Idee des Abbruchs Schulredder 1 (VHS-Gebäude) ins Spiel. In der Begründung heißt es dazu auf Seite 66, dass dieses Gebäude „gestalterisch störend“ sei. Sein Verlust sei u.a. durch den Rathaus-Anbau zu ersetzen. 

 

Dieser städtebaulichen Bewertung und Schlussfolgerung wird nachdrücklich widersprochen und nicht gefolgt. 

 

Der Dorfplatz ist durch ein in über 100 Jahren entstandenes Gebäude-Ensemble geprägt. 

Im entgegengesetzten Uhrzeigersinn sehen wir vor dem Rathaus stehend und in nord-östlicher Richtung blickend

  • das Gebäude Dorfstr. 18 (u.a. Eisdiele, Probsteier Bote) aus dem vorvorigen Jahrhundert,

  • das Gebäude Schulredder 1, die ehemalige Schule, heute VHS und Sitz einiger Büros des Rathauses, aus der zweiten Hälfte der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts,

  • die Mehrzweckhalle aus den 60er Jahren,

  • zwei Bankgebäude aus den 80er Jahren,

  • ein Wohngebäude mit Ladenzeile aus den späten 70er Jahren,

  • schließlich das Rathaus von 1981.

     

    Dieses städtebauliche Ensemble in architektonisch vielfältiger Gestaltung ist in über 100 Jahren – und durchaus harmonisch zueinander – gewachsen und im örtlichen Gedächtnis fest verankert.

     

    Sollte das Gebäude Schulredder 1, der „Graue Esel“, abgerissen werden, so fehlt nicht nur eines der Gebäude des Ensembles, sondern der erwünschte Durchblick fiele künftig auf ein Meer von parkenden Autos vor einem Supermarkt.

     

    Zudem würde die öffentliche Infrastruktur mit der für Heikendorf und seine Nachbarorte so wichtigen Institution der VHS geschwächt, ein ortsbildprägendes, etabliertes Gebäude verschwände, der soziale und funktionale Zusammenhalt der Ortsmitte würde gestört und Heikendorf würde baukulturell verarmen.

 


Die Bürgerinitiative Möltenorter Tal hat die UWH um Stellungnahme hinsichtlich der Einwendungen zum B-Plan 83, Teilbereich Möltenort gebeten, untenstehender Text wurde daraufhin abgesandt.

Liebe Mitglieder der BI des Möltenorter Tals,

Die UWH hat seit dem ersten Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan im Möltenorter Tal 2011 für eine vorsichtige Bebauung dieses Gebietes plädiert, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Außerdem war sie immer dafür, den Außenbereichsteil des Möltenorter Tals, also die Flächen außerhalb der vorhandenen Bebauung, unangetastet zu lassen. Wo man sich den Außenbereich vorzustellen habe, wurde in einer vom Amt herausgegebenen Skizze 2014 gezeigt. Zu dieser Zeit wurde das B-Plan-Verfahren wieder eingestellt, weil man davon ausging, dass es keine Fehlentwicklungen geben werde. Leider kam es dann doch zu einer Fehlentwicklung auf dem Gelände Möltenorter Weg 15 im Jahre 2016. Das Mehrfamilienhaus wurde zweieinhalbstöckig teilweise im Außenbereich errichtet.

Danach haben wir uns um die Neuaufstellung eines B-Plans bemüht, wozu es dann unmittelbar nach der Kommunalwahl 2018 kam (4.6.2018). Seitdem fordern wir, im neuen B.Plan-Verfahren die sensible naturnahe Struktur  dieses Geländes durch seine Lage zur Kieler Förde, ferner den landschaftlichen Charakter als Verlandungszone einer ehemaligen Fördebucht zu berücksichtigen.


Auf Grund der historischen Entwicklung hat es im Tal selbst immer vorwiegend eine einstöckige Bebauung mit einer Fischersiedlung gegeben (letztes Überbleibsel ist der Röhrskrog), während auf der anderen Seite des Möltenorter Weges auf einer Moränenhöhe wohlhabende Bürger mehrstöckige Villen bauten. Diese Tendenz hat sich bis weit ins 20. Jahrhundert fortgesetzt, d.h.: auf der nördlichen Seite des Möltenorter Weges, also dem heutigen B-Plan-Gebiet, sind weitestgehend einstöckige Häuser gebaut worden (Ausnahme Nr. 9, 11, die aber nicht zum B-Plan-Gebiet gehören, und Nr. 19). Der zweieinhalbstöckige Neubau Mehrfamilienhaus Möltenorter Weg 15 ist also eine Fehlentwicklung, was im neuen B-Plan auch so genannt werden sollte, ebenso Nr.19. Beide Häuser sollten im neuen B-Plan als zukünftig abgängig bezeichnet werden, d.h.: nach einem möglichen Abriss dürfen dort nur einstöckige Häuser entstehen.

 


Am 09. November 2019 wurde auf dem Heikendorfer Friedhof in einer kleinen Gedenkfeier eine Gedenkstätte für die Heikendorfer Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft eingeweiht.
Die Anregung dazu kam von einer ehemaligen Heikendorfer Bürgerin, deren großer Wunsch
es war, an die Verbrechen dieser Zeit zu erinnen, und den Opfern für immer zu gedenken.
Aus diesem Anlass stiftete sie einen Ginkgo Baum für die Gedenkstätte.

Herzlichen Dank für dieses Engagement.


Anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hat sich die Gemeinde Heikendorf gemeinsam mit Vereinen und Verbänden an einer Baumpflanzung am Heidberg beteiligt.
Im Rahmen des sogenannten "Einheitsbuddeln" wurden neun Bäume gespendet und am
03. Oktober 2019 von Vertreterinnen und Vertretern der Vereine und Verbände sowie der Kommunalpolitik gepflanzt. Es wurde angeregt diese Aktion auch künftg fortzuführen und somit die Anzahl der Bäume auf dem Gemeindegebiet zu erhöhen.
Die UWH wird diese Idee unterstützen.